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News14.12.03: Bayerische Bioethik-Kommission mit großer Mehrheit für Zulassung der Präimplantationsdiagnostik PIDVon der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt hat die Bioethik-Kommission der Bayerischen Staatsregierung ihre Stellungnahme zur Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PID) am 21.07.03 abgegeben. Dabei befürwortete die Mehrheit der Kommissionsmitglieder mit 10 zu 2 Stimmen eine Zulassung der PID und die Erstellung eines Kriterienkatalogs. Dieses Ergebnis darf man wohl als ethische Bankrotterklärung der Kommission werten. Mit dieser überwältigenden Mehrheit haben nicht einmal die Mitglieder des "fortschrittsfreundlichen" Nationalen Ethikrates von Kanzler Schröder entschieden. Nachfolgend das Ergebnis der Bioethik-Kommission, zitiert aus der offiziellen Stellungnahme: "Bei einer Gesamtwürdigung der in den vorausgehenden Teilen dieser Stellungnahme
erörterten Gesichtspunkte kommen folgende Regelungsoptionen in Betracht:
Die Kommission hat in fünf Sitzungen das Für und Wider der genannten Regelungsoptionen eingehend und sorgfältig erörtert und dabei insbesondere auch die Gesichtspunkte der Signalwirkung, die von einer solchen Regelung für den gesamten Embryonenschutz ausgeht, der Rechtslage in den europäischen Nachbarländern sowie der Möglichkeiten von Kontrolle und Umgehung (sog. PID-Tourismus) beachtet. In der gemeinsamen Überzeugung, dass es Aufgabe der der Menschenwürde verpflichteten staatlichen Ordnung ist, der missbräuchlichen Verwendung frühdiagnostischer Verfahren durch wirksame rechtliche Absicherungen zu begegnen, sprachen sich zwei Mitglieder der Kommission für die Option A, drei für die Option B, sieben für die Option C und kein Mitglied für die Option D aus." Quelle:
Ein biopolitischer Richtungswechsel?!Ob dies bei der CSU einen biopolitischen Richtungswechsel einläutet, ist noch ungewiß. Denn Ministerpräsident Stoiber hat sich ursprünglich gegen eine Zulassung der PID ausgesprochen. Doch wie sieht seine Entscheidung unter dem Licht seiner eigens einberufenen Bioethik-Beratungskommission aus? Bemerkenswert sind folgende Aspekte: Die Stellungnahme wurde weder in den Medien bekanntgegeben (und wir recherchieren in der Regel täglich), noch wurde sie am 21.07.03, wie auf der Webseite der Kommission angegeben, im Internet veröffentlicht, sondern definitiv erst in den letzten Wochen. Warum diese offensichtliche "Geheimhaltung" des Ergebnisses??? Eine schriftliche Anfrage unsererseits an die bayerische Staatsregierung ist in Vorbereitung und geht morgen raus. Antworten folgen dazu hoffentlich demnächst. Wenn Sie Ihren Protest los werden wollen oder Fragen zur Entscheidung haben, wenden Sie sich am besten selbst an die Staatsregierunng oder die Bioethik-Kommission. Hier die Adressen für Ihre Anfragen und Briefe: Bayerische Staatskanzlei
Tel.: 089/2165-0
Geschäftsstelle der Bioethik-Kommission Bayern
Tel.: 089 / 2170-2833
Pressemeldungen zur PID-EntscheidungVon den Medien wurde dieses Thema trotz der Brisanz der Entscheidung bislang nahezu nicht aufgegriffen. Wenig verwunderlich, bei der Informationspolitik der Bioethik-Kommission. Aber vielleicht ändert sich das noch… Stoibers Bioethikkommission plädiert für Zulassung der Embryonenselektion (PID) nach einem medizinischen Indikationenkatalog
CSU vor Wende in der Biopolitik?
Ertappte Leisetreter
Wehret den Anfängen
Außerdem noch ein interessanter anderer Artikel zum Thema biopolitischer Kurswechsel: Union bereitet Wende in der Genpolitik vor
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